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Die nomadische Behausung: Jurte

In ganz frueher Zeit -vor der Zeit der Hunnen wurde die Jurte (Ger) verwendet.
Die Jurte wurde im Laufe der Zeit immer auch etwas veraendert und hat heute ihre optimale Konstruktion gefunden.
Ihre traditionelle runde Form ist aber ueber die Jahrtausende erhalten geblieben.
Der Auf- und Abbau der Jurte erfolgt sehr systematisch und schnell, so dass diese Wohnform fuer den schnellen Umzug der Nomaden, die staendig ihre Aufenthaltsorte wechseln, bestens geeignet ist.
Die kreisfoermige Struktur der kleinen Jurte laesst eine optimale Raumnutzung zu . Die Jurte schuetzt vor Hitze, Durchzug von Kaelte und vor Laerm.

Die Aussenhuelle der Jurte besteht aus Filzmaterial.
Filz wird von den Nomaden selbst aus Schafswolle nach einer bestimmten traditionellen Methode hergestellt.
Die Jurte besteht aus einer Dachoeffnung, dem Dachkranz (Toono), dem Dachdeckstoff aus Leinen (Uerchi), den duennen Dachstaeben (Uni), den Stuetzsaeulen (Bagana), den Scherengitterwaenden
(Hana) und dem Eingang (Haalga).
"Toono" heisst die runde Dachoeffnung der Jurte ( auch Dachkranz genannt). Von unten wirkt es wie eine runde Scheibe. Sie  befindet sich mitten im Dach der Jurte.
Nach dem Sonneneinfall durch die obere Dachoeffnung kann man in der Jurte die Uhrzeit ablesen.
"Uerchi" ist eine quadratische Abdeckung, mit der man die Dachoeffnung in der Nacht oder bei Unwetter kurz zudeckt.
"Uni" heissen die duennen Dachstangen, die in den Dachkranz eingesteckt werden und rundum an den Scherengittern befestigt werden.
"Bagana" sind 2 oder 4 Stuetzsaeulen, die - je nachdem wie gross die Jurte ist- vom Toono aus senkrecht auf den Boden gestellt werden. So gibt es z.B. 4,5 waendige, 8,10 oder 20 und noch mehrwaendige Jurten.

Diese grossen Jurten gehoerten den Fuersten. "Hana" nennt man die Holzscherengitterwand, die aus mehreren Teilen besteht (je nach Groesse der  Jurte).
Diese kann man einfach zusammen- und auseinanderziehen.
"Haalga" ist der Eingang der Jurte, der entweder durch Filzmaterial abgedeckt ist oder aus einer kleinen Holztuer besteht.

Aus Tradition betrachten die Mongolen ihre Jurte auch als Oberhaupt der Familie:
den Dachkranz als Kopf, die Abdeckung der Dachoeffnung als Hut, die Schwelle als Hals, die Eingangstuer als Mund, die Stuetzsauelen als Talisman oder als Seele der Vorfahren.

Der Tuereingang muss sich immer nach Sueden - in
Hauptrichtung Suedosten -zum Sonnenaufgang
zeigen.
In manchen Faellen richtet er sich auch suedwestlich aus ( zum Sonnenuntergang).
Aber er darf auf keinen Fall in eine andere Richtung zeigen.
Die Nordseite der Jurte ist  traditionell sehr heilig.
In allen Jurten stehen die Altaere an der Nordseite.
Hier sind die Gottesfiguren in Form von Bildern oder Statuen aufgestellt.
Die maennlichen und die aelteren Ehrengaeste sitzen neben dem Hausherrn an der

Nordseite der Jurte.
Die anderen Gaeste (die juengeren Gaeste) sitzen an der rechten Seite.
An der linken Seite -   im Osten -   befinden sich
alle Kuechengegenstaende.
Auch die Frauen und Kinder der Familie nehmen meistens dort Platz.
In der Mitte der Jurte steht immer ein runder Ofen, der die Jurte sogar in der kaeltesten Jahreszeit schnell aufheizen kann.
Die Oeffnung des Ofens richtet sich immer nach links.
Auf keinen Fall wirft man Abfall in den Ofen. Das ist streng verboten, weil das Feuer als heilig betrachtet wird und traditionell als Symbol der Bestaendigkeit einer Familie und als Wurzel des Lebens gilt.
Die Jurte wird im Winter  auf einem  Berghang und im Sommer am Ufer eines Flusses aufgebaut.

  Die Jurten der Fuersten waren im Verhaeltnis zu den anderen, einfachen Jurten recht gross. Man nennt diese Jurten auch Palastjurten.
  Diese Jurten wurden waehrend des Umzugs der Fuersten und in der Zeit Dschingis Khans, vor einem Feldzug nicht ab -und aufgebaut, sondern von hunderten von Ochsen gezogen. Die Jurte war dazu auf einem riesigen Karren fest aufgebaut.
  Der Oberbegriff von solchen Jurten ist Wander-oder Transportjurten.

 

Die alten Umzugsrituale der Nomaden

Seit Jahrtausenden ziehen die Nomaden zu frischen Weideplaetzen um. Dabei richten sich die Nomaden nach den vier Jahreszeiten.. Der Tag des Umzugs und der neue Aufenthaltsort werden nach besonderen Mondkalendertagen bestimmt.
Das Familienoberhaupt bestimmt traditionell den Tag und den Ort des Umzugs.
Vor dem Umzug raeumt die Familie den alten Platz der Jurten auf und reinigt ihn, bevor der Umzug nach einem festen Schema ablaeuft.
 Beim Sonnenaufgang steht die Frau auf, bereitet das Fruehstueck vor und melkt die Tiere..

 Danach opfert die Frau dem Geist des derzeitigen Standorts der Jurte noch von den Speisen und Getraenken des Fruehstuecks.
 Sie erweist dem Ortsgeist ihre Dankbarkeit. Dankbarkeit dafuer, dass er der Familie wohlgesonnen war, gute Weidplaetze geschenkt  und  die Tiere reichlich vermehrt hat.
Am neuen Ort wird die Jurte im Uhrzeigersinn aufgebaut.
Die Familie wird von neuen Nachbarn immer herzlich begruesst und traditionell gilt es als ein Zeichen sowie als ein gutes Omen, wenn sie mit frischgekochtem Tee und Milchprodukten empfangen wird.
Der Familie facht gleich nach dem Aufbau der Jurte das Feuer an.
Damit wuenscht man sich, dass die Familie in ihrem neuen Wohnort erfolgreich ein neues Leben anfaengt.

Und als Begruessung opfert man dem Geist des neuen Ortes wieder eine Kostprobe der Getraenke und Speisen.

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